Den Weg zurück ins Leben finden

Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie

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TRAUMA - Schatten auf der Seele

01.02.2018 | Rüdiger Grimm | www.therapiepraxis-grimm.de

Würde man für die Entstehung von Traumata eine Schwelle benennen wollen, so müsste die Antwort lauten: Es gibt keine!

 

Erlebnisse, gleich welcher Art, bleiben in unserer Erinnerung für immer gespeichert. Der Zahnarztbesuch in der Kindheit, die Beerdigung eines geliebten Angehörigen - so, als wäre es erst gestern passiert! Offensichtlich ist die Erinnerungen nicht bei allen Ereignissen gleichermaßen ausgeprägt. Ein Grund dafür sind starke Emotionen, die einen Menschen in einer derartigen Situation überfluten können. Es ist wie eine mehrdimensionale Momentaufnahme der durchlebten Situation, die im Gedächtnis gespeichert wird und die wie eine Videosequenz später wieder aus dem großen Archiv der Erinnerungen abrufbar ist. Gefühle und Emotionen sind also ein maßgeblicher Faktor dafür, dass Ereignisse in unserem Gedächtnis präsenter verbleiben und abgelegt werden als solche, die unseren Alltag nur sehr oberflächlich streifen.

 

Sehr belastende und bedrohliche Situationen wie Angst, Schmerz, Hilflosigkeit, Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung können sehr schnell zur existenziell bedrohlichen Lagen heranreifen, deren Bewältigung zum Zeitpunkt des Vorfalls aus eigener Kraft nicht zu leisten sind. Dies gilt im besonders hohem Maße bei Traumatisierungen in der Kindheit. Entsprechend gilt festzustellen, dass jeder Mensch Situationen immer subjektiv empfindet und bewertet. Ich habe viele Jahre mit Menschen gearbeitet, die das Flugzeugunglück in Ramstein überlebt haben und die bis heute mit ihren Erinnerungen ein nahezu normales Leben führen können. Auf der anderen Seite gab es aber auch traumatisierte Menschen, die seit vielen Jahren über eine völlig überraschend erhaltene Kündigung ihres Arbeitgebers bis heute nicht hinweggekommen sind. So unterschiedlich wie wir Menschen auch sind, so unterschiedlich ist die Art und Weise wie wir mit unseren Problemen umgehen.

 

Es gilt sich also kein Urteil darüber zu bilden, ob es sich ursächlich um eine riesige Katastrophe handelt oder von der Betrachtung her um eine Kleinigkeit. Maßgeben ist die Verletzlichkeit (Vulnerabilität) des Individuums. Wir Menschen leben überwiegend in unserer Fantasie, das heißt, dass wir ca. alle 5 Sekunden mit unseren Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft sind. Bei traumatischen Erinnerungen (ob bewusst oder unbewusst) besteht das Problem, dass die Aufmerksamkeit an diesen Stellen verharrt und Situationen immer und immer wieder durchlebt werden. Die Folge sind Traumafolgestörungen.

 

Für den therapeutischen Ansatz bedeutet das, dass man von den Ursachen auf keinen Fall auf die Schwere einer Traumafolgestörung schließen darf. Oft wird im Verlauf einer Therapie erst deutlich, dass viele behandlungsbedürftige Symptome wie Schlafstörungen, Zwangs- und Angstörungen bis hin zur Depressionen ihre Ursache und Wurzel in einer Traumatisierung (sprich: seelischen Verletzung) haben. Es lohnt sich also im Verlauf der Therapie jeder Lebensphase Beachtung zu schenken.

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Rüdiger Grimm

"man kann nur sehen wohin man geht, indem man sich erinnert, wo man vorher war"

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Letztes Update: 10.02.2018 | 21:10